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Beste investigative Leistung




Matthias Geyer
Matthias Geyer

geboren 1962 in Aachen, absolvierte 1985 ein Volontariat beim Kölner Express und wurde 1986 Redakteur bei der Sport-Illustrierten in Köln. 1987 bis 1988 war er Redakteur bei der Welt am Sonntag und von 1989 bis 1993 Redakteur bei DER SPIEGEL in Hamburg. 1993 wechselte er als Ressortleiter Sport zum Kölner Stadt-Anzeiger und kehrte 1997 als Redakteur zu DER SPIEGEL nach Hamburg zurück. Von 2002 bis 2006 war er Politischer Reporter in Berlin, seit 2006 ist er Leiter des Ressorts Gesellschaft.


Lothar Gorris
Lothar Gorris

1960 in Köln geboren. In den 80er Jahren Mitherausgeber des Musikmagazins Spex, seit 1990 in Hamburg unter anderem als Redakteur beim Magazin DIE ZEIT, beim stern und der Woche. Seit 1997 bei DER SPIEGEL, heute Leiter des Sport-Ressorts.


Detlef Hacke
Detlef Hacke

1964 in Braunschweig geboren. Er ist Absolvent der Deutschen Journalistenschule in München und Diplom-Journalist (Examen 1989 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München). Von September 1989 bis Juni 1999 war er Sportredakteur bei der Süddeutschen Zeitung, von Juli bis Dezember 1999 Chefreporter bei der Sport-Bild, Januar 2000 bis März 2002 Sportredakteur beim stern. Seit April 2002 ist er Sportredakteur bei DER SPIEGEL.


Udo Ludwig
Udo Ludwig

geboren 1958 im westfälischen Werl, war Volontär und Redakteur bei der Westfalenpost. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften und Sport in Münster arbeitete er als freier Journalist. Seit 1990 ist er bei DER SPIEGEL, zunächst im Sport-, seit mehr als zehn Jahren im Deutschland-Ressort. Im vergangenen Jahr hat er ein Buch über die Machenschaften der Dopingmafia veröffentlicht.




Doping im deutschen Radsport

Erschienen in DER SPIEGEL in 2007


Das Autoren-Team Geyer, Gorris, Hacke und Ludwig veröffentlichte eine Reihe von Artikeln zum Thema "Doping im deutschen Radsport". Auszüge aus zwei ausgewählten Artikeln können Sie hier lesen.


Der einzige Zeuge

In Belgien erscheint diesen Montag ein Enthüllungsbuch des Radsport-Masseurs Jef D'hont. Es beschreibt die Sitten und Gebräuche eines verseuchten Sports und erhebt schwere Vorwürfe gegen Ärzte der Freiburger Uni-Klinik und das Team Telekom, das planmäßig gedopt haben soll. Auch Jan Ullrich ist betroffen.

Tiefes Flandern, Desteldonk, ein Dorf in der Nähe von Gent, die Nordsee ist nicht weit. Auf der Wäscheleine hinter dem Haus hängen Radsport-Trikots, der Rasen ist kurzgeschnitten, die Weinstöcke sind ein Geschenk des ehemaligen Profifahrers Udo Bölts.

Auf dem Kiesweg parkt ein hellblaues Wohnmobil, Marke Iveco. Die Tür ist offen, hinten ein Matratzenlager, in der Mitte eine Küche mit Espresso-Maschine, vorn ein Tisch mit Bänken, Stift und Papier liegen bereit. "Das", sagt Jef D'hont, "ist mein Arbeitszimmer."

In solch einem Wohnmobil hat er Generationen von Radprofis durch Europa gefahren. Hier hat er ihre Muskeln massiert, Sieger gefeiert, Verlierer getröstet und das Epo transportiert. So ein Wohnmobil hat einiges erlebt, es kennt viele Geschichten, Geschichten, die nach Schweiß und Blut riechen und von denen die Welt nichts weiß. (...)

Auszug aus dem Artikel "Der einzige Zeuge" von Matthias Geyer, Lothar Gorris und Udo Ludwig, veröffentlicht in DER SPIEGEL 18/2007 (30. April 2007).

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Bellas Blut

Der Radrennfahrer Jörg Jaksche ist neben Jan Ullrich der zweite deutsche Fahrer auf der Kundenliste des spanischen Arztes Eufemiano Fuentes. Ein Jahr lang hat er dies dementiert. Nun stellt er sich im bislang größten Doping-Skandal des Profisports als Kronzeuge zur Verfügung - und erzählt die Geschichte seiner gedopten Karriere.

Sein Handy und eine schwarze Plastiktüte, das ist alles, was er mitgebracht hat ins Hotel Universo an der Piazza del Giglio von Lucca. Er trägt ein weißes Hemd, Jeans, Turnschuhe und sieht aus wie ein Student, der von einer Vorlesung kommt. Es ist Freitag, der 15. Juni, in drei Wochen beginnt die Tour de France. Jörg Jaksche wird nicht mitfahren dürfen.

Am Morgen hat er trotzdem trainiert, zwei Stunden lang in den Hügeln der Toskana. Normalerweise fährt er jeden Tag sechs Stunden, weil er die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, irgendwann wieder richtig Rennen zu fahren. Aber heute ist kein normaler Tag. Jaksche fragt, ob es Neuigkeiten gebe, neue Gerüchte, irgendetwas, was er wissen müsse. Er spricht leise und zögerlich, er spricht wie jemand, der sich seiner Sache nicht ganz sicher ist. (...)

Auszug aus dem Artikel "Bellas Blut" von Lothar Gorris, Detlef Hacke und Udo Ludwig, veröffentlicht in DER SPIEGEL 27/2007 (2. Juli 2007).

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